Ein Manifest sagt mehr als tausend Worte

Die Kraft der Worte

Worte können uns berühren und bewegen, das haben wir alle schon erlebt. Sei es durch den rührenden Brief einer nahestehenden Person oder durch einen markigen Satz, ein starkes Zitat. Worte können unser Handeln leiten, Gesagtes und Geschriebenes hallt in uns nach, beeinflusst unseren Blick auf die Welt und wie wir uns in ihr bewegen.

Wir Menschen nutzen Worte um uns mitzuteilen – wir sprechen, wir legen etwas schriftlich nieder, wir fassen etwas in Worte um es unsterblich und für andere begreifbar zu machen. Mit Worten erklären wir unsere Ideen, Wünsche, Ängste und Sorgen, wir teilen uns mit. Wir können erbarmungslos, hart und radikal formulieren oder auch sensibel, bunt und einfühlsam umschreiben. Und genau hier entfaltet das Erdachte eine besondere Wirkung. Wir können Worte schärfen, Sie auf den Punkt bringen, ihnen Kraft verleihen – wir können mit ihnen ganz präzise ausdrücken was wir wollen.

Worte als Werkzeug

Das Bewusstsein um die Kraft geschriebener Worte ist scheinbar etwas in den Hintergrund getreten in der letzten Zeit. Möglicherweise ist ihre Leuchtkraft überstrahlt worden – von schillernden Bildern, beeindruckenden Fotos, verrückten Videos und witzigen Gifs und bunten Emojis. In der schieren Flut der heutigen Kommunikation leidet das Handwerk guter Schreibe. Kurze und bruchstückhafte Wortfetzen fliegen täglich durch Messenger. Wörter werden verformt, verkürzt und entstellt, um Zeit zu sparen – mitunter bleibt die eigentliche Botschaft oder die feine Aussage zwischen den Zeilen dabei auf der Strecke.

Trotz allem – oder gerade deshalb – sollten wir uns wieder einmal bewusst machen: In der richtigen Form haben wir mit unserem Wort eines der stärksten und langlebigsten Kommunikationsmittel zur Hand.

Die Kunst besteht im cleveren Umgang mit diesem Werkzeug. Aus Sicht eines Unternehmens heißt das: Nicht die Masse an “Content” entscheidet – sondern das wohl platzierte und gut durchdachte Statement. Weniger ist hier mal wieder mehr. Doch wer jetzt nur an griffige Werbeslogans, coole Claims oder die Weihnachtsansprache der Geschäftsführung denkt – der verkennt die Fähigkeit dauerhaft Wirksames verfassen zu können. Gemeint sind aber nicht Verträge, die AGBs oder Prozessleitfäden – es geht darum das in Worte zu fassen was in einem Unternehmen am schwierigsten zu greifen ist – die Unternehmenskultur.

Alles in Ordnung?

Mit Blick in ein beliebiges Büro wird klar, Regeln und Vorschriften gibt es allerorten. Wie hoch ist der ergonomisch optimierte Schreibtisch von Mitarbeiter X, wieviel Urlaubsanspruch hat Kollegin Y, was tun bei leerer Kaffeemaschine? Soweit so förmlich. Was den Lauf der Dinge in einem Unternehmen in Wirklichkeit definiert, sind die Menschen die es mit Leben füllen und zusammenhalten. Und genau diese Menschen, in dieser ganz spezifischen Mischung, entwickeln einen eigenen Stil, Spleens, Eigenheiten, gemeinsame Vorstellungen, Werte und Verhaltensweisen.

Dabei prägen sich verschiedene Muster an unterschiedlichen Orten stärker oder schwächer aus. Abteilungen und Ebenen sind nicht trennscharf einer “eigenen Kultur” zuzuordnen. Innerhalb einer Organisation findet ein vielschichtiger und stetiger Kulturaustausch statt – schwer zu steuern und kaum berechenbar.

Die verordnete Kultur

Für viele Führungsteams ist die Art und Weise, wie gearbeitet wird, eine klare Managementaufgabe. Das bedeutet, Arbeits- und Verhaltensweisen werden vorgegeben – die Unternehmenskultur wird verordnet. Das hiermit längst nicht jeder Mitarbeiter erreicht und motiviert wird, versteht sich von selbst.

Dieser Ansatz taucht in den letzten Jahren in einer besonders beliebten, wenngleich perfiden, Form auf: Der kreativ-verspielte Arbeitsplatz. Hier täuschen Kickertisch, Freigetränke, Yogastunden und Sofa mit Spielkonsole aber lediglich über die rauen Arbeitsbedingungen hinweg. Das sich eine echte Kultur entwickeln kann, verhindert schon die geradezu unmenschliche Leistungserwartung und die damit einhergehende Fluktuation von Mitarbeitenden. Ob aber Angestellte den Mut finden im Ruheraum wirklich einen Mittagsschlaf zu machen oder während der Arbeitszeit Kicker mit den Kollegen zu spielen steht auf einem anderen Blatt.

Ordnung muss sein

Gute Unternehmenskultur, mit einer offenen, ehrlichen, freundlichen – sprich aufrichtigen – Form des Umgangs ist allerdings kein Selbstläufer. Für ein weitgehend reibungsfreies Miteinander braucht es Regeln und Orientierung – auf allen Ebenen. Ein Leitfaden für gute Kommunikation, plus einfache Regeln für alltägliche Prozesse mit einer verbindende Form der Unternehmensvision und das ganze in vollem Commitment aller Beteiligten – am besten noch positiv nach außen wirkend. Genau das wäre es doch. Klingt krass ist aber machbar, oder besser, erschaffbar.

Der Weg zum Wort

Eines vorweg: Es geht nur gemeinsam. Um alle mit ans Bord zu holen lohnt sich die Betonung der Vorteile einer gemeinsamen Beschreibung des Unternehmens und seiner wichtigsten Prozesse. Argumente dafür sind leicht zu finden: Effizienz der Prozesse durch geringeren Absprachebedarf, geringere emotionale Belastung durch eine offenere und ehrlichere Kommunikation d.h. auch weniger Konfliktquellen, höhere Produktivität durch Anpassung von Abläufen an die Menschen und ihre Persönlichkeiten, stärkere Verbundenheit mit dem Unternehmen durch gemeinsames Commitment zu Vision und Werten, … und nicht zu vergessen die Möglichkeit einer starken Positionierung – plus Bewerberaktivierung – durch eine klare Haltung in der Öffentlichkeit.

Die Form entscheidet

Wer festhalten möchte wie es im Unternehmen läuft und zu laufen hat, für den stehen viele verschiedenen Formate zur Auswahl. Von zu strengen Formen wie Gesetzen, Geboten oder Regelbüchern sei hier abgeraten, auch eine Liste von Verboten wirkt negativ und wenig motivierend. Wer es locker und Anwendungsbezogen mag dem sei ein Playbook oder das Handbuch nahegelegt. Hier kann entweder streng oder spielerisch erklärt werden, was wie genau so läuft und warum. Beispiele dazu haben wir unten verlinkt.

Eine sehr gute Möglichkeit die eigenen Kultur, Vision und Werte zu beschreiben ist das Manifest. Es bietet zwar selbst weniger Details zu den genauen Arbeitsschritten – diese können auch separat noch kleinteilig geregelt werden – profitiert dafür im besonderen Maße von der Kraft seiner Worte und seines Rufes.

Das Manifest

Die Kunst eines Manifest liegt in der öffentlichen Greifbarmachung ihrer Ziele und Absichten. Viele bekannte Manifeste füllen halbe Bücher oder erstrecken sich als künstlerische oder ästhetische Programm über viele Seiten. Für das Ziel ihrem Unternehmen einen verständlichen Rahmen zu geben, sollten Sie sich kurz fassen. Mit sieben bis fünfzehn Punkte und deren ein- bis dreisätzigen Ausführungen passt alles noch auf ein Poster und in das Gedächtnis der Beteiligten.

Was soll rein?

Prinzipiell kann das avisierte Thema oder der Rahmen in dem das Manifest wirken soll frei gesteckt werden. Für Unternehmen die ihr Selbstverständnis und ihre Kultur in diese Form bringen wollen eignet sich die Beantwortung folgender Fragen – die wir auch in einem eigenen Whitepaper für Sie ausführlich beschreiben.

  • Wofür stehen wir und was ist unser Ziel / unsere Vision / unser Purpose?
  • Welche Werte leben wir und wie tun wir dies in unserer Arbeit?
  • Wie definieren wir die einzelnen Teile unserer Unternehmung wie zum Beispiel Kommunikation, Arbeitszeiten, Abwesenheiten, Homeoffice, Verfügbarkeiten, Konflikte, Büroräume, Team, Produkt, Kunde, etc.?
  • Wie arbeiten wir jetzt und wie stellen wir uns die Zukunft vor?
  • Wie handhaben wir Kommunikation / Arbeitszeit / Urlaub / Freizeit / Fehler / Kultur?
  • Wir messen wir unseren Fortschritt und unsere Fehler? Wie lernen wir daraus?
  • Welche Haltung haben wir zu Nachhaltigkeit / Rassismus / Sexismus / Diversität / Digitalisierung?

Wort für Wort

Wenn die einzelnen Handlungsfelder, Problemfelder, Ansprüche, Visionen und Eigenheiten zusammengetragen wurden, geht es an die Sortierung. Nicht alles Gefundene und Regelnswerte ist relevant für ihr Manifest. Was zählt ist das Gesamtbild, eine gewisse Vollständigkeit im Abbild des Unternehmenscharakters. Das die einzelnen Punkte in sich schlüssig sein müssen und untereinander nicht in Widerspruch stehen sollten versteht sich von selbst.

Auch bei der Ausformulierung der einzelnen Punkte ist weniger mehr. Ganz im Sinne guter Slogans sollten Sie hier eine klare Ansagen und einen freundlichen Ton in Einklang bringen. Eine Aussage im Sinne eines Manifestes ist offen in seiner Anwendung und dennoch präzise in der Ausführung. Entwerfen, verbessern, abwägen, neu formulieren – eine gute Formulierung braucht Zeit, viel Diskussion und einige Versuche. Nicht alles was bisher klar geregelt schien, ist wirklich eindeutig. Bleiben sie am Ball, die Ausformulierung eines Manifest ist die langsame Annäherung an den Kern ihres Unternehmens. Ziel des Prozesses ist nicht das Dokument selbst – sondern das Handeln welches sich aus ihm ableitet. Um die gewünschten Effekte für die Unternehmenskultur zu erreichen, müssen alle von dem Verfassten überzeugt sein.
Nur wer in Worten überzeugt, bewegt zu anderem Handeln.

Ein Satz sagt mehr als tausend Worte

Nutzen Sie die Kraft der Worte, die Energie gemeinsam zu definieren was ihr Unternehmen ausmacht, was es antreibt und besonders macht. Mit dem gemeinsamen Suchen und Finden der richtigen Worte für Kultur, Werte und Ziele schaffen Sie Klarheit und Commitment. Die Qualität der Zusammenarbeit bei Teamhero konnten wir mit der Niederschrift eines eigenen Manifests deutlich steigern. Heute gibt es eine geradlinige Kommunikation, mehr Motivation und  Verständnis füreinander im Team, mehr Klarheit in den Aufgaben und Zuständigkeiten und schnellere Entscheidungen.

Aus dieser Erfahrung heraus beraten und unterstützen wir seit mehreren Jahren unsere Kunden bei der Entwicklung und Verfassung eigener Manifeste. In einem aktuellen Whitepaper haben wir für Sie alles Entscheidende dazu zusammengetragen.

Ob nun Leitfaden, Playbook oder Manifest mit eine einem Schriftstück dieser Art schaffen  Sie mehr Kreativität und Produktivität durch weniger Grauzonen und Konfliktpotentialen. Niemand muss sich länger mit dem zeitfressenden Kleinkram aufhalten, gemeinsam können Sie sich auf das konzentrieren was Sie und ihr Unternehmen wirklich nach vorne bringt.
Nur Mut, gehen Sie es an, sagen Sie es laut, schreiben Sie es hin, bekennen Sie sich zur eigenen Persönlichkeit und Ihren Eigenarten. Mit einer klare Haltung beweisen Sie Stärke und zeigen was Sie wirklich sind – einzigartig.

Weiterführende Links

Kurz und grafisch – das Repariermanifest

Der Inbegriff Politischer Manifeste, das Manifest der Kommunistischen Partei aus dem Jahr 1848

Ein junger Klassiker ist das Agile Manifest für Softwareentwicklung (englisch)

Das Manifest der Mozilla Foundation in Form von zehn Prinzipien

Ein Beispiel sehr umfassender und moderner “Betriebsanleitung”: das Basecamp Handbook (englisch)

Die Agentur Zum Goldenen Hirschen definiert für sich New Work in einem Leitfaden

Selbstdefinition der Netflix Unternehmenskultur (englisch)

Das Buch “It doesn´t have to be crazy at work” (2018) von Jason Fried (Autor) und  David Heinemeier Hansson (Autor) (englisch)

 

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